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Welchen Wert hat die Solarkonstante? Eine umfassende, praxisnahe Erklärung für Wissenschaft und Praxis

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Die Frage nach dem Wert der Solarkonstante ist zentral für die Bewertung von Sonnenenergie, der Berechnung von Einstrahlung auf die Erde und der Planung von Solarsystemen. In diesem Artikel beleuchten wir, was die Solarkonstante genau beschreibt, wie der Wert gemessen wird, welche Variationen es gibt und wie sich dieser Wert praktisch auf Photovoltaik, Solarthermie und klimatologische Modelle auswirkt. Wir gehen dabei von wissenschaftlich etablierten Größen aus, erläutern mathematische Zusammenhänge verständlich und geben konkrete Beispiele für Anwendungen im Alltag und in der Technik.

Was versteht man unter der Solarkonstante?

Die Solarkonstante, oft mit dem Symbol Gsc oder G⊙ bezeichnet, ist die mittlere ‚\u00DCberstrahlung‘ an der oberen Grenze der Erdatmosphäre auf eine Fläche, die senkrecht zur Richtung der Sonnenstrahlen steht, gemessen an einer Entfernung von genau einer Astronomischen Einheit (1 AU) von der Sonne. In einfachen Worten: Es ist die Sonnenenergie pro Quadratmeter, die einen planaren, senkrecht zur Sonne stehenden Strahlungsfluss erreicht, wenn man am Ort der Erde exakt 1 AU Abstand zu der Sonne annimmt. Diese Größe dient als Referenzwert, um die unterschiedliche Entfernung Erde-Sonne im Jahresverlauf zu kompensieren und um die Energiezufuhr von Sonnenkollektoren oder die Strahlung, die das Klima erreicht, zu berechnen.

Standardwerte variieren leicht je nach Messung, Definition und Zeitraum. In der Praxis ist der Wert der Solarkonstante etwa 1361 Watt pro Quadratmeter (W/m^2) – eine Größe, die oft rund um diesen numerischen Bereich angegeben wird. Historisch gab es Debatten über leicht unterschiedliche Zahlen wie 1360, 1361 oder 1367 W/m^2. Eine zentrale Festlegung, die heute in vielen technischen Anwendungen genutzt wird, lautet: Gsc ≈ 1361 W/m^2. Dabei handelt es sich weder um die Strahlung am Boden noch um die durchschnittliche globale Einstrahlung über alle Wetterlagen, sondern um den Maximalwert der direkten, senkrechten Einstrahlung am oberen Rand der Atmosphäre bei 1 AU.

Wie der Wert gemessen und definiert wird

Messungen der Solarkonstante erfolgen überwiegend mithilfe von Satelliten- und Raumfahrtinstrumenten, die die solare Gesamtenergie in einem bestimmten Spektrum erfassen. Diese Instrumente messen die Solare irradiance and the spectral distribution, summieren oder integrieren die Strahlung über das gesamte Spektrum und berücksichtigen geometrische Faktoren wie die Entfernung zur Sonne. Durch regelmäßige Beobachtungen über Jahrzehnte hinweg lassen sich Mittelwerte, Trendlinien und saisonale bzw. zyklische Variationen ableiten.

Es gibt zwei wesentliche Aspekte, die beim Umgang mit der Solarkonstante wichtig sind:

  • Ort- und zeitunabhängige Referenzgröße: Die Solarkonstante ist an 1 AU und senkrecht zur Sonnenrichtung definiert, unabhängig davon, wie das Wetter oder die Atmosphäre am Ort der Erde gerade wirkt.
  • Nicht identisch mit der direkten Globalstrahlung am Boden: Die Strahlung, die tatsächlich einen Bodenpunkt erreicht, hängt stark von der Atmosphäre, dem Einfallswinkel der Sonnenstrahlen (Zenitalwinkel), der Tageszeit, dem Wetter und der geografischen Lage ab. Die Solarkonstante dient daher als Referenzgröße, auf deren Basis weitere Berechnungen erfolgen.

Historische Entwicklung und Standardwerte

Die Definition der Solarkonstante hat eine lange Geschichte in der Geophysik und Astronomie. Frühe Messungen wiesen größere Abweichungen auf, da Instrumente und Kalibrierungen ungenau waren. Mit der Entwicklung moderner Satellitentechnologie konnten Wissenschaftler jedoch kompakte und robustere Messungen durchführen, die zu einer stabileren Festlegung führten. Heute wird Gsc in vielen Lehrbüchern und technischen Standards als ca. 1361 W/m^2 angegeben. Diese Zahl ist das Ergebnis konsolidierter Messreihen, die über mehrere Jahrzehnte hinweg aufgenommen und regelmäßig angepasst wurden, um Messfehler zu minimieren und systematische Abweichungen zu korrigieren.

Warum kleine Abweichungen vorkommen

Eine Reihe von Faktoren kann zu scheinbar kleinen Abweichungen führen, darunter:

  • Unterschiedliche Kalibrierungsverfahren der Messinstrumente
  • Langzeitkalibrierungen und Änderung der Instrumentensensitivität
  • Unterschiede in der Definition der Solarkonstante (z. B. ob man eine mittlere Strahlung über die gesamte Solarperiode oder einen konkreten Moment betrachtet)
  • Variationen in der menschlichen Datenauswertung und Modellierung

Für die Praxis reicht jedoch die grobe Größenordnung von 1360–1362 W/m^2 als robuste Orientierung. In spezifischen Fachgebieten können Wissenschaftler auch auf präzisere Werte zurückgreifen, je nach Bedarf der Modelle und der zeitlichen Auflösung der Daten.

Variationen der Solarkonstante und ihr Einfluss

Obwohl die Solarkonstante als Referenzwert oft als konstant beschrieben wird, gibt es reale Variationen, die vor allem durch zwei Mechanismen entstehen: die Entfernung Erde-Sonne und langfristige Veränderungen der Sonnenleistung.

1) Entfernung Erde-Sonne (1 AU)

Der Abstand zwischen Erde und Sonne ist nicht konstant. Die Erde folgt einer elliptischen Umlaufbahn, wodurch sich der Abstand r (in Astronomischen Einheiten) im Laufe eines Jahres leicht ändert. Die Sonnenenergie, die eine Fläche senkrecht zur Strahlung erreicht, skaliert mit dem Quadrat des Abstands. Vereinfacht gesagt gilt: Je weiter die Erde von der Sonne entfernt ist, desto geringer ist die Strahlung pro Quadratmeter, und umgekehrt. In der Praxis bedeutet dies, dass die verfügbare Energie im Perihel minimal höher und im Aphel minimal niedriger ist, als der Mittelwert es nahelegt. Die Variation liegt im Bereich von weniger als 3% über das Jahr verteilt.

2) Langfristige Variationen der Solarleistung

Auf lange Sicht beeinflusst die Solarkonstante nur geringfügig das Strahlungsbudget der Erde. Die varia­tio­nen der Gesamtsonnenstrahlung (Total Solar Irradiance, TSI) durch Sonnenzyklen und langfristige Aktivitätsmuster bewegen sich typischerweise im Bereich von etwa 0,1 bis 0,2 Prozent. In wenigen Jahrzehnten kann es auch zu größeren, aber immer noch relativ kleinen Abweichungen kommen, die sich in klimatologischen Modellen bemerkbar machen können, besonders wenn sie mit anderen Klimafaktoren interagieren.

Was bedeuten diese Variationen für die Praxis?

Für Ingenieure, die Solarmodule dimensionieren, ist die Solarkonstante in Kombination mit lokalen Insolationsdaten die Grundlage. Die täglichen oder jahreszeitlichen Schwankungen der Einstrahlung am Boden werden durch Wetter- und Klimamodelle beschrieben, während die Solarkonstante als Ankerwert für die Energiefluss-Berechnungen dient. In der Praxis werden Sicherheits- und Designmargen genutzt, um saisonale Schwankungen, Systemalterung und Verschmutzungsgrad zu berücksichtigen. So sorgt man dafür, dass Anlagen zuverlässig funktionieren, auch wenn die reale Einstrahlung von der idealisierten Referenz abweicht.

Berechnung der Einstrahlung auf die Erde und am Boden

Wenn man die Solarkonstante als bekannten Referenzwert hat, lässt sich die zu erwartende Einstrahlung auf einer bestimmten Oberfläche relativ einfach abschätzen. Es gibt verschiedene Modelle – von einfachen Daumenregeln bis hin zu komplexen, mehrschichtigen Modellen, die Atmosphärentransmission, Gelände und Ausrichtung berücksichtigen. Hier eine kompakte Einführung in die Grundlagen.

1) Einfache Darstellung der Strahlungsführung

Grundidee: Die Solarkonstante Gsc gibt die maximale Strahlung an, die senkrecht zur Sonnenrichtung auf eine Fläche trifft, die im Weltraum im Abstand von 1 AU liegt. Wenn die Erde sich in einem anderen Abstand befindet oder die Oberfläche nicht senkrecht zur Strahlung ausgerichtet ist, muss man Korrekturfaktoren berücksichtigen.

  • Abstands-Korrektur: S = Gsc × (1 AU / r)^2, wobei r der Abstand Erde-Sonne in AU ist.
  • Winkelkorrektur: Für eine Oberfläche mit Sonnenwinkel θ (der Zenitwinkel), ist die effektive Einstrahlung S_eff = S × cos(θ) für cos(θ) > 0; andernfalls 0, da die Strahlung nicht mehr die Oberfläche trifft.

Beachten Sie, dass der obige Ansatz die Atmosphäre vereinfacht ignoriert. In der Praxis wird die Atmosphäre als Filter betrachtet, der die Strahlung stark reduziert oder streut, besonders bei Wolken, Staub oder Feuchtigkeit. Für die Planung von Solarmodulen wird daher oft der bestrahlungsoptimierte, atmosphärisch korrigierte Wert verwendet, der als globale horizontale Strahlung (GHI) oder direkte normale Strahlung (DNI) bekannt ist. Diese Größen hängen stark von Standort, Tageszeit, Wetter und Oberflächenausrichtung ab.

2) Praxisbeispiel: Berechnung der Tages-Einstrahlung für ein 1 m^2-Paneel in Deutschland

Stellen Sie sich ein typisches Dach-Photovoltaik-System in einer gemäßigten Klimazone vor. Nehmen wir einen sonnigen Mitteltag im Juli an. Die Solarkonstante beträgt ca. 1361 W/m^2. Der Sonnenstand (Zenitwinkel) variiert stundenweise, aber wir nehmen an, dass zu Spitzenzeiten der Winkel ideal nahe 0 Grad ist, was zu cos(θ) ≈ 1 führt. Unter Berücksichtigung atmosphärischer Verluste – typischerweise 70–80% der direkten Strahlung in klarer Luft – könnte die rein top-of-atmosphere Strahlung am Boden an einem heißen Sommertag gegen 1000–1100 W/m^2 liegen. Ohne Berücksichtigung von Wolken und Verschattung bleibt die durchschnittliche Tages-Einstrahlung für ein optimales System in der Größenordnung von 4 bis 5 kWh pro Quadratmeter und Tag, je nach Standort und Neigungswinkel.

Diese Zahlen zeigen, wie der Wert der Solarkonstante als Referenzgröße dient, während die praktische Nutzenergie stark durch Standort, Ausrichtung, Neigung und Wetter beeinflusst wird.

Warum der Wert der Solarkonstante in der Praxis wichtig ist

Warum ist die Solarkonstante so zentral? Weil sie eine unveräußerliche Grundlage bietet, auf der nahezu alle Modelle der Solarenergie, Klimaforschung und Geophysik aufgebaut sind. Hier sind drei zentrale Anwendungsgebiete:

  • Planung und Dimensionierung von Solarsystemen: Die Solarkonstante dient als Grundlage für die Berechnung des theoretischen Maximalwerts der Energiezufuhr, der dann durch Realbedingungen angepasst wird.
  • Klimamodelle: Die Strahlungsenergie, die die Erde erreicht, beeinflusst viele klimatische Prozesse. Die Solarkonstante ist ein Input für TSI-Modelle, die wiederum globale Temperatur, Wettermuster und chemische Prozesse in der Atmosphäre beeinflussen.
  • Vergleich zwischen Standorten und Zeiten: Mit Gsc als Referenzwert lassen sich Standorte weltweit vergleichen und saisonale Unterschiede besser verstehen. Das erleichtert die Standortwahl, Vorhersagen der Energieerträge und wirtschaftliche Planungen.

Einfluss auf Solarmodule, Photovoltaik und Energieerträge

Für Betreiber von Solaranlagen ist die Solarkonstante zwar eine abstrakte Größe, doch sie wirkt indirekt in der täglichen Praxis. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Zusammenhänge zusammen:

1) Direktwirkung auf die Modulleistung

Solarmodule wandeln Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Die Leistung eines Moduls hängt von der Intensität der Einstrahlung ab, die es trifft. Die Solarkonstante liefert den theoretischen Maximalwert der direkten Strahlung senkrecht zur Sonnenrichtung. In der Praxis gilt: Die tatsächliche Leistung ist geringer, weil die Strahlung auf die Modulfäche trifft, wenn der Sonnenwinkel nicht ideal ist, und weil die Atmosphäre Verluste erzeugt. Dennoch dient die Solarkonstante als Größenvorlage, anhand derer Hersteller und Ingenieure die theoretische Obergrenze der möglichen Erträge kalkulieren.

2) Jahres- und saisonale Ertragsberechnungen

Bei einer flächenhaften Anlage, die unabhängig von Wetterbedingungen arbeitet, kann man theoretisch die maximale Energie pro Tag anhand der Solarkonstante abschätzen, wenn keine Verluste auftreten. In der Praxis werden jedoch Verluste durch Verschmutzung, Temperaturabhängigkeit der Module, Wechselrichtereffizienz, Aval drafts und Verschattung einkalkuliert. Die Veränderung der Einstrahlung über das Jahr, beginnend mit der maximalen Einstrahlung im Sommer und der geringeren im Winter, führt zu saisonalen Ertragsunterschieden, die oft durch Monitoring und Forecasting minimiert werden.

3) Vergleich von Standorten und Klimazonen

Auf einer allgemeinen Ebene zeigt sich, dass Standorte mit größerer jährlicher Sonnenstundenanzahl, höherer mittlerer Strahlung und günstiger Ausrichtung bessere Erträge liefern. Die Solarkonstante bleibt konstant, aber die effektive Einstrahlung am Ort variiert stark. Ein Ort am Äquator hat tendenziell ganzjährig gute Werte, während Regionen nördlich oder südlich der Breitenlage im Winter weniger intensiv bestrahlt werden. Unter Berücksichtigung der Solarkonstante ergibt sich so eine klare Orientierung, wo sich Investitionen in Photovoltaik am ehesten lohnen.

Technische Details: Relevante Formeln und Begriffe

Für alle, die sich tiefer in die Materie einarbeiten möchten, hier einige Kernbegriffe und einfache Formeln, die den Zusammenhang zwischen Solarkonstante, Entfernung, Einstrahlung und Modulleistung beschreiben. Diese Formeln dienen als Orientierung und müssen je nach Anwendung angepasst werden.

  • Solarkonstante: Gsc ≈ 1361 W/m^2 (wissenschaftliche Referenzgröße an 1 AU, senkrecht zur Sonnenrichtung).
  • Strahlungsstärke in Abhängigkeit vom Abstand: S(r) = Gsc × (1 AU / r)^2, wobei r in AU gemessen wird. Bei r ≠ 1 nimmt die Strahlung ab oder zu.
  • Einflusswinkel: Wenn die Sonnenstrahlen einen Winkel θ zur Normalen der Oberflächenfläche bilden, dann multipliziert man mit cos(θ) (ausgenommen θ > 90°, hier 0).
  • Netto-Energieertrag der Anlage: E_nett pro Fläche ≈ ∫ P(t) dt, wobei P(t) die zeitabhängige Leistung eines Moduls ist, die aus der Modul-Effizienz, der Einstrahlung und der Temperatur resultiert.

Beachten Sie, dass diese Formeln idealisierte Annahmen treffen. In realen Systemen muss man zusätzlich atmosphärische Effekte, Verschattung, Reibungsverluste in Wechselrichtern, Temperaturkoeffizienten und andere Parameter berücksichtigen. Trotzdem bleibt die Solarkonstante der zentrale Referenzwert, der alle weiteren Berechnungen erklärt und vereinfacht.

Häufige Missverständnisse rund um die Solarkonstante

Viele Missverständnisse drehen sich um den Begriff „Konstanz“. Hier eine kurze Klärung, damit welch wert hat die solarkonstante nicht falsch interpretiert wird:

  • Missverständnis 1: Die Solarkonstante ist der konstante Grobwert der Sonnenenergie am Boden. Falsch. Sie beschreibt die Strahlung am Rand der Atmosphäre bei 1 AU, senkrecht zur Strahlrichtung. Die tatsächliche Bodenstrahlung hängt stark von Atmosphäre, Wetter und Orientierung ab.
  • Missverständnis 2: Die Solarkonstante ändert sich stark im Tagesverlauf. Richtig ist, dass der Abstand Erde-Sonne kleinerweise variiert, aber der zeitliche Tagesverlauf der Einstrahlung am Boden durch Tageszeit und Wolkendichte bestimmt wird. Die Solarkonstante ist dabei der normierte Referenzwert.
  • Missverständnis 3: Die Solarkonstante ist nur für die Physik relevant und hat wenig Bedeutung für die Praxis. Falsch. Sie ist die Grundlage für Energieflussmodelle in Klimaforschung, Solartechnik und Raumfahrt.

Vergleich mit anderen Planeten und Systemen

Die Solarkonstante variiert stark mit der Entfernung von der Sonne. Auf dem Mars, der ca. 1,52 AU von der Sonne entfernt ist, beträgt die Solarstrahlung ungefähr (1/1,52)^2 ≈ 0,43 der energischen Dichte im 1-AU-Szenario. Das bedeutet, dass sich die potentiellen Erträge für Solarzellen auf dem Mars deutlich reduziert im Vergleich zur Erde. Diese Größenordnung ist für Missionsplanungen und die Auslegung von Rover- oder Basisstationen von zentraler Bedeutung. Die Solarkonstante dient also nicht nur der Theorie, sondern hat direkte praktische Auswirkungen auf die Realisierung von Weltraumprojekten und planetaren Sonden. Ebenso kann man analog für andere Himmelskörper berechnen, wie weit die Sonnenenergie dort voraussichtlich verfügbar ist, und welche Technologien nötig sind, um Erträge zu erreichen.

Praktische Anwendungen und Tipps für Leser

Wenn Sie selbst Solartechnik in Betrieb nehmen oder über eine Investition nachdenken, helfen Ihnen folgende Punkte, die Bedeutung der Solarkonstante im Alltag zu verstehen und sinnvoll zu berücksichtigen:

  • Bei der Planung einer Photovoltaikanlage ist die Solarkonstante der theoretische Maximalwert, der in die Ertragsabschätzungen einfließt. Achten Sie darauf, zusätzlich realistische Klimadaten, Verschattung, Temperatureffekte und Systemverluste einzubeziehen.
  • Für eine gute Standortbewertung ist es sinnvoll, neben der Solarkonstante lokale Insolationsdaten (z. B. Globalstrahlung am Boden) heranzuziehen, die atmosphärische Verluste und klimatische Besonderheiten berücksichtigen.
  • Bei der Modellierung von Klimasystemen dient die Solarkonstante als Referenzwert, um das Strahlungsbudget der Erde zu verstehen und zu vergleichen, wie viel Energie netto in Wärmesysteme oder in ökologische Kreisläufe eingeleitet wird.
  • Für Lernende: Versuchen Sie, einfache Berechnungen durchzuführen, z. B. wie viel Energie theoretisch von 1 m^2 Solarpaneel pro Stunde aufgenommen wird, wenn Gsc gilt und man cos(θ) berücksichtigt. Nutzen Sie dazu klare Randbedingungen und vermerken Sie, dass echte Anlagen Verluste haben.

Glossar der wichtigsten Begriffe

  • (Gsc): Die mittlere Sonnenenergie pro Quadratmeter am oberen Rand der Erdatmosphäre bei 1 AU, senkrecht zur Strahlrichtung. Wert ca. 1361 W/m^2.
  • : Der Gesamtwert der solaren Strahlung, die die Erde erreicht, gemittelt über alle Richtungen und Spektren, oft als äquivalente Strahlungsleistung pro Fläche am oberen Rand der Atmosphäre bezeichnet.
  • (GHI): Die auf eine horizontale Fläche am Boden auftreffende Strahlung, die sowohl direkt von der Sonne als auch durch Streuung/Reflexion entsteht.
  • (DNI): Die direkte Strahlung, die senkrecht zur Oberfläche trifft, ohne Streuung. Besonders relevant für konzentrierende Solartechnik.
  • (θ): Der Winkel zwischen der Sonnenrichtung und der Normalen zur betrachteten Oberfläche. Er bestimmt den cos(θ)-Faktor in der Berechnung der effektiven Einstrahlung.

Schlussgedanken: Welchen Wert hat die Solarkonstante wirklich?

Welchen Wert hat die Solarkonstante? Die Antwort lautet: Es ist ein fundamentaler Referenzwert, der die Energie liefert, die die Sonne senkrecht zur Strahlrichtung pro Quadratmeter an 1 AU liefert. Der zentrale Zahlenwert liegt bei rund 1361 W/m^2. Dieser Wert ist stabil genug, um als Grundlage in Wissenschaft, Technik und Bildung zu dienen, doch die Praxis hängt stark davon ab, wie die Strahlung die Erde am jeweiligen Ort beeinflusst. Atmosphärische Filtration, geographische Lage, Ausrichtung von Flächen und die Jahreszeit formen die tatsächliche verfügbare Energie. Die Solarkonstante bleibt dabei der unverzichtbare Anker, auf dem Berechnungen, Modelle und Anwendungen beruhen.

Beispiele aus der Praxis: Von der Theorie zur Umsetzung

Beispiel 1: Ein Grundstück mit einer Dachfläche von 20 m^2, ausgerichtet nach Süden, in einer mittleren deutschen Lage. Wenn man annimmt, dass die durchschnittliche jährliche Globalstrahlung am Boden ca. 1000–1200 kWh/m^2 entspricht (unter Berücksichtigung Wetter und Neigung), ergibt sich ein realistischer Ertrag, der von der Modultechnologie, dem Verschmutzungsgrad und dem Systemverlust abhängig ist. Die Solarkonstante dient hier als Referenz, um die maximal mögliche Einstrahlung zu bewerten, aber die tatsächliche Energieerzeugung hängt stark von lokalen Bedingungen ab.

Beispiel 2: Eine Solarlage auf Marsmissionen erfordert, dass man die Solarkonstante am Marsstandort berücksichtigt. Die Distanz der Sonne und die dünne Atmosphäre ergeben andere Verluste, wodurch die verfügbare Energie pro Quadratmeter deutlich geringer ist als auf der Erde. In dieser Hinsicht illustriert die Solarkonstante die Grundlagen, mit denen Ingenieure die Energieversorgung anderer Welten planen können.

Abschluss: Warum der Wert der Solarkonstante so wichtig bleibt

Der Wert der Solarkonstante verbindet kosmische Größenordnung mit bodennaher Technik. Sie ist der Brückenwert zwischen der Sonnenleistung, der Entfernung Erde-Sonne und den Bedingungen vor Ort, die entscheiden, wie viel Energie letztendlich genutzt werden kann. Indem wir die Solarkonstante verstehen, erhalten wir eine klare Grundlage, um Solartechnik effizient zu planen, Klimaforschung zu betreiben und die globale Energiezukunft besser abzuschätzen. Der Kern bleibt einfach: Welche Energie erreicht uns von der Sonne pro Quadratmeter an 1 AU, senkrecht zur Strahlrichtung? Die Antwort – rund 1361 W/m^2 – ist der Startpunkt für viel mehr als nur eine Zahl. Es ist der Schlüssel zu Berechnungen, Projektionen und Innovationen, die unseren Umgang mit Solarenergie und Umweltformeln maßgeblich prägen.

Zusammenfassung in kurzen Worten

Die Solarkonstante beschreibt die solare Leistungsdichte am Rand der Erdatmosphäre bei 1 AU. Sie liegt bei etwa 1361 W/m^2 und dient als unverzichtbare Referenzgröße in Wissenschaft und Technik. Die tatsächliche Einstrahlung am Boden variiert stark mit Entfernung, Ausrichtung, Atmosphäre, Wetter und Tageszeit. Durch das Verständnis der Solarkonstante lassen sich Solarenergieprojekte besser planen, Klimamodellen präziser erstellen und Standorte vergleichen. Dieser Wert bleibt eine der grundlegendsten Konstanten in der Physik der Sonnenenergie und ein praktischer Leitfaden für alle, die sich mit Solarenergie, Klima und Raumfahrt beschäftigen.